Im Jahre 1856 eröffnete der Engländer Thomas Burberry in Basingstoke sein erstes Textilgeschäft. Dies war der Grundstein für die Geschichte des Textilriesen Burberry, der bis heute durch sein spezielles Karomuster in Beige, Rot und Schwarz weltberühmt ist. Durch die Erfindung und letztlich Patentierung des Garbadine-Stoffes, der robust, wasserdicht und atmungsaktiv zugleich ist, revolutionierte das Unternehmen zudem die Modewelt. Garbadine ist aus einem kompakten Twill-Garn gewebt, der pro Zentimeter mehr als 100 verschiedene miteinander verwobene Fäden besitzt. Durch die mikroskopisch kleinen Lücken ist der Stoff atmungsaktiv, wobei die kompakte Struktur resistent gegenüber Regen ist.

Wenig Jahre nach dieser bahnbrechenden Innovation begann Burberry mit dem internationalen Vertrieb von eigenen Produkten. Bereits der erste Regenmantel mit dem kunstvollen Namen „Tielocken“ wurde zum Verkaufsschlager. So nutzte nicht nur Roald Amundsen bei der Erstbesteigung des Mount Everest ein spezielles Garbadine-Zelt, sondern auch das britische Militär wurde schnell auf die Innovation aufmerksam. Heraus kam der typische Trenchcoat, wie man ihn von Burberry kennt: mit Knöpfen, Schulterklappen und d-förmigen Schnallen am Gürtel. Seit dem ersten Weltkrieg wurde dieser Trenchcoat fester Bestandteil der militärischen Ausrüstung. Nach Ende des Krieges etablierte sich das Kleidungsstück auch als It-Piece in der Modewelt. So trugen zahlreiche Stars und Adelige den klassischen Burberry-Trenchcoat bei Veranstaltungen oder in ihrer Freizeit. Sogar in einigen namhaften Filmen konnte man hin und wieder das Modestück erspähen, zum Beispiel in „Frühstück für Tiffany“ und „Der rosarote Panther“.  Bis heute wird der Trenchcoat nach traditioneller Technik in Castleford hergestellt, wobei sich der Fishing-Prozess in den letzten Jahrzehnten zunehmend verbessert hat. Nun ist das Garbadine noch wasserabweisender. Das wohl aufwändigste Detail ist aber der Kragen, für den gelernte Näher bis zu einem Jahr brauchen, um ihn in seiner Perfektion nähen zu können. Nach etwa drei Wochen Handarbeit ist ein vollständiger Trenchcoat fertig gestellt.

Ab den 1960er Jahren wurde das Sortiment des britischen Herstellers, das bis dato vor allem aus Regenmänteln, Trenchcoats und Oberbekleidung bestand, um Accessoires erweitert. So kam beispielsweise im Jahr 1981 das Parfüm „Burberry for Men“ auf den Markt; 1988 wurde eine eigene Kinderkollektion implementiert. Weniger als 40 Prozent der momentanen Verkaufslöse von Burberry stammen heutzutage noch von der Kleidung. Vielmehr sieht man zunehmend ein weiteres Trendteil auf den Straßen: den Burberry-Schal. Er gehört wohl zu den weltweit am meisten imitierten und kopierten Accessoires überhaupt. Kein Wunder. Denn die meisten Menschen können wohl das Original von der Fälschung nicht unterscheiden, aber es gibt einige deutliche Hinweise, woran man letztlich den Unterschied erkennt: In erster Linie ist das Muster entscheidend. Dieses wurde bereits im Jahr 1924 unter dem Namen „Burberry Check“ als Innenfutter verwendet. Signifikant für es ist seine perfekte Symmetrie, die auf beiden Seiten des Schals erkennbar ist. Als nächstes ist auf das 1901 implementierte Burberry-Logo zu achten. Und genau hierin liegt das Dilemma. Gute Fälscher können nämlich auch das originalgetreu nachahmen. Das Logo zeigt übrigens einen mittelalterlichen Ritter, der eine Lazenflagge mit der Aufschrift „Prorsum“, was so viel wie vorwärts auf Lateinisch bedeutet, trägt.

Darüber hinaus kann man auch einen deutlichen qualitativen Unterschied zwischen Burberry-Produkten und Fälschungen erkennen. Da es zumeist günstiger ist, nutzen Fälscher nämlich synthetische Stoffe für die Herstellung. Burberry setzt hingegen komplett auf hochwertige Materialien wie Kaschmir, Wolle und Seide. Hat man einmal einen echten Burberry-Schal angefasst, so merkt man sofort, dass dieser extrem weich und geschmeidig ist. Ebenso gibt es enorme Differenzen zwischen der Verarbeitung. Wie beim Trenchcoat bedarf es nämlich etwas Zeit, um das gesamte Nähmuster in seiner Perfektion zu erlernen. Und wem das als Unterscheidungsmerkmal noch nicht exakt genug war, der sollte nach dem Preis schauen. Ein echter Burberry-Schal ist nämlich nicht für unter 400 Euro käuflich. Gebrauchte oder Second-Hand-Artikel können hingegen bereits unter 200 Euro erworben werden. Aber Vorsicht, da hier die Fälschungsrate besonders hoch ist. Schließlich nehmen die Käufer an, dass der niedrigere Preis auf den gebrauchten Zustand zurückzuführen ist.

Einer der bekanntesten Kunden von Burberry ist übrigens seit 1955 die Königin Elisabeth II. Seit 1989 folgt der Prince of Wales dieser königlichen Tradition und lässt sich vom britischen Traditionshersteller beliefern. Mit Angela Ahrendts als CEO von Burberry änderte sich aber das Gesicht des Konzerns. Rund 30 Prozent der Produkte wurden eingestellt und nur noch ein Bruchteil der Bekleidung wurde mit dem bekannten Logo bedruckt. Eine wahre Einladung für Fälscher weltweit. Heute befindet sich der Hauptsitz noch immer in Horseferry House in London, der CEO ist aber seit dem Jahr 2014 ein anderer. So übernahm Christopher Bailey, der ehemalige Kreativdirektor, den Vorsitz. Er ist zum Beispiel für die Veröffentlichung der Burberry Acoustic – The Collection verantwortlich, einer CD, in der aufstrebende britische Künstler ihr Talent präsentieren konnten. Neben den allgemeinen Burberry-Boutiquen haben sich mittlerweile auch spezielle Burberry-London- und Burberry-Brit-Boutiquen weltweit etabliert, die ausschließlich Accessoires und Kindermode anbieten.